TINA – „There Is No Alternative“, das war die Losung der Globalisierungspolitik in den 80er und 90er Jahren. Die Dynamik der weltweiten Liberalisierung des Handels- und Finanz­systems schien diesen Slogan zu bestätigen. Richtiger wurde er dadurch nicht: Denn wo immer Menschen politisch handeln, gibt es natürlich Alternativen – bessere wie schlechtere. Inzwischen ist denn auch die Diskussion über den gegenwärtigen Lauf der Globalisierung weltweit in Gang gekommen.

 

Das hat drei Gründe:

 

  • Erstens haben sich bestimmte Formen weltweiter Wirtschaftspolitik, wie die Agrarpolitik der Industrieländer mit ihren hohen Subventionen für Massenproduktion und für Billigexporte, als äußerst problematisch erwiesen.
  • Zweitens werden die Folgen der Nichtberück­sichtigung von Sozial- und Umweltstandards in der Weltwirtschaft immer stärker spürbar.
  • Und drittens stellt sich auch dort, wo die Globalisierung nachhaltige Wachstumsgewinne gebracht hat, die Frage der Verteilung und der Verteilungsgerechtigkeit aufs Neue.

Das ist nicht nur ein Thema akademischer Diskussionen und Konferenzen, sondern ein ganz praktisches Problem der Politik: Wie können lokale und regionale Initiativen sowie Gemeinden und Länder sich gegenüber den übermächtig scheinenden Institutionen, die die Globalisierungsprozesse gestalten, Gehör verschaffen? Was sind wirksame Wege zu dieser Mitgestaltung, und welche Erfahrungen gibt es anderswo?

 

Nach zwei großen Auftaktveranstaltungen zu den Themen

  • „Die Globalisierungsmacher – Spielregeln und ‚Spieler’ in der Globalisierung“
  • sowie „Globalisierung: Gewinner und Verlierer – Trends und Alternativen“

stand Ende März 2007 ein zweitägiges Symposium zur Frage „Wer, wenn nicht wir? – Bürgergesell­schaftliche Initiativen in der Globalisierung“ auf dem Programm. Es geht um drei große Problemkreise, die auch den Ablauf des Symposiums gliederten:

 

  • Wie können Zivilgesellschaft und regionale Politik auf die Globalisierung Einfluss nehmen?
  • Welche Interventionen sind auf EU-Ebene möglich?
  • Was können regionale Initiativen bewegen?

 

Unser Projekt wendet sich an alle interessierten und engagierten Personen, die in ihrer politischen, sozialen und beruflichen Tätigkeit solche Spielräume ausloten und gemeinsam mit anderen nutzen möchten. Es entspringt einer gemeinsamen Initiative des Vereins Aktion Mitarbeit und des ÖGB Vorarlberg. Beide wollen eine Auseinandersetzung über Globalisierung und Spielräume lokaler Politik langfristig in die Vorarlberger Öffentlichkeit bringen.

 

Wir laden Sie herzlich ein, diese Initiative mitzuergreifen!

 

Alt-Landesrat RA Dr. Guntram Lins

Manuela Auer

Präsident des Vereins
Aktion Mitarbeit 

AK-Vizepräsidentin und
Landesgeschäftsführerin des
ÖGB Vorarlberg